Türkei Reisen - Die Türkei und der Islam - Türkei Türkiye Turkey - turkin.net
Die Türkei und der Islam
In der Türkei sind - im Gegensatz zu vielen anderen islamischen Ländern - Religion und Staat streng getrennt. Dies sowie die Religions- und Gewissensfreiheit sind in der Verfassung verankert. Obgleich die Wiedereinführung des Religionsunterrichts als Pflichtfach dazu im Widerspruch steht. Weltweit hat der Islam nach dem -Zweiten Weltkrieg- an Boden gewonnen. Kein Wunder, daß diese Strömung auch die Türkei erfasst hat, die bis zur Zeit Atatürks ein streng islamisches Imperium war.
Der Islam, was soviel bedeutet wie "Hingabe zu Gott", ist eine monotheistische Religion wie das Christentum. Ihr Stifter Hz. Mohammed (570 - 632 n. Chr.), der Prophet Allahs, wurde in Mekka geboren. Das Jahr seiner Flucht nach Medina, 622, ist das Jahr Null der islamischen Zeitrechnung.
Der Islam beruht auf fünf Gebote: Das Glaubensbekenntnis, das Gebet - fünf mal täglich -, das Almosengeben, das Fasten im Monat Ramadan (türkisch = Ramazan) und die Pilgerfahrt nach Mekka, wonach der Titel "Haci" geführt werden darf.
Heute ruft der Müezzin meist lautsprecherverstärkt vom Minarett zum Gebet, das meist in der Moschee (cami) gesprochen wird. Zuvor werden (aptes) Gesicht, Hände, Unterarme und Füße gewaschen, weshalb vor jeder Moschee ein Brunnen steht.
In der Türkei dürfen die Moscheen - ausser zu den Gebetszeiten - von jederman besucht werden. Die Bekleidungsvorschrift ist für alle Besucher , - ob islamisch oder andergläubig - gleich: die Moschee darf nicht mit kurzen Hosen, nackten Armen und Schuhen betreten werden. Frauen sollten ein Kopftuch tragen. In jedem Fall sollte man sich in der Moschee ruhig verhalten um die dort betenden nicht zu stören. Moscheen sind keine geweihten Orte, aber doch Orte der Andacht und der Anbetung, daher sollte man nicht oder nur leise sprechen. Es gibt keine Bilder, Bänke und keinen Altar.
Dennoch ist die Türkei kein islamischer Staat. Der Konsum an Bier, Wein und Raki in den Großstädten zeugen davon, ganz zu schweigen von der europäischen Kleidung der Bevölkerung und der Rolle der Frau im öffentlichen Leben.